„Schalt doch mal deinen Kopf ein.“ Diese Aufforderung gehört zum „Schullehrer-Jargon“, allerdings bedienen sich auch Fußballlehrer gerne dieser Phrase. Ohnehin sind sich die Gelehrten einig: Fußball-Ergebnisse kommen nicht ausschließlich durch Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer zustande. Vielmehr sind Siege oder Niederlagen oftmals „reine Kopfsache“. Welchen Stellenwert nimmt „Psychologie“ im Fußballsport ein? 

Der Platzwart legt am grünen Rasen natürlich Hand an. Die Vorstufe zur praktischen Umsetzung ist allerdings von der Theorie geprägt. Ähnlich ergeht es Fußballern auf dem Weg zur erfolgreichen Spielgestaltung. Am Ende steht freilich der Kopfball oder der Torschuss, mit dem das Spielgerät über die Torlinie befördert wird. Zuvor wirken aber ganz andere Kräfte. Die psychologischen sind dabei nicht zu vernachlässigen.

Eine Definition für Psychologie lautet: „Wissenschaft von den bewussten und unbewussten psychischen Vorgängen, vom Erleben und Verhalten des Menschen.“ Während eines Fußballspiels gibt es viele Verhaltensweisen, die zu dieser Definition wie die Faust aufs Auge passen. Der mehrmalige Weltfußballer Cristiano Ronaldo zelebriert Freistöße mit einer unvergleichlichen Körpersprache. Das soll dem Gegner Respekt und Angst einflößen. Spieler sprechen sich durch ein Kreuzzeichen bei Betreten des Spielfelds Mut zu. Trainer behalten ihren „Sieg-Pullover“ bis zur nächsten Niederlage an. Alles Ausflüsse aus der mentalen Trickkiste.

Experten sind sich einig, dass die Chance auf Erfolg durch mentale Stärke deutlich steigt. Hierfür gibt es als Leitfaden fünf Tipps, die zu einer positiven und selbstbewussten Grundeinstellung führen. Positive Wörter oder Phrasen bestimmen unsere Gedanken. Die forcieren wiederum unser Selbstvertrauen oder mindern negative Strömungen. Beispielsweise wirken mehrmalige Wiederholungen von „Ich schaffe das“ Wunder. Natürlich gilt diese Taktik nicht ausschließlich für Fußballer. Positive Bilder erzeugen eine ähnliche Wirkung, allerdings sind sie in unserem Gedächtnis noch besser verankert. Wiederholte Gedanken an extreme Umwelteinflüsse wie „Feuer“ oder „Orkane“ setzen Energie frei. Körpersprache spielt eine immens große Rolle. Hierzu zählt sowohl die Körperhaltung wie beim oben erwähnten Cristiano Ronaldo, als auch der Blickkontakt. Direkter Augen-Augen-Kontakt zeugt ebenfalls für Selbstvertrauen. Vor allem treffen hier zwei Welten aufeinander. Das eigene Selbstbewusstsein wird bei richtigem Verhalten größer, aber das des Gegners sinkt. Im Fußball gibt es kein „Vorhin“ oder „Später“. Nur die aktuelle Aktion entscheidet über Erfolge. Aus diesem Grund fahren Menschen mit Fokussierung auf die notwendige Qualität der Ausführung besser. Die Kunst ist, ältere negative Kamellen auszublenden. Der letzte wichtige Aspekt lässt sich unter dem Satz „Weniger ist mehr“ zusammenfassen. Um ein gedankliches Kopf-Chaos zu vermeiden, ist die Fokussierung auf weniger Punkte sinnvoll. Dafür lieber zu hundert Prozent.

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